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Kohlenstoff-Zentralbank könnte Europa zum CO2-Staubsauger machen

Netto-negative Emissionen machbar: In der „Thünen-Vorlesung“ des Vereins für Socialpolitik blickte MCC-Direktor Ottmar Edenhofer weit über den Tag hinaus.

Ottmar Edenhofer – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft

Für 2050 hat die EU Klima-Neutralität beschlossen. Dann holt man im Prinzip für jede noch emittierte Tonne CO2 eine Tonne aus der Atmosphäre zurück. Eine Schlüsselrolle auf dem Weg dorthin könnte eine Europäische Kohlenstoff-Zentralbank spielen – und mit marktwirtschaftlichen Anreizen die Weichen stellen, dass die Emissionsbilanz in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts netto-negativ, Europa sozusagen zum CO2-Staubsauger wird. Wie das ökonomisch funktionieren kann, erklärte jetzt Ottmar Edenhofer, Direktor des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change), am 17.09.2024 in der renommierten „Thünen-Vorlesung“.

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CO2 aus der Luft filtern bleibt teurer als erhofft

Vergleich potenzieller Kosten dreier Technologien

Noch am 20.06.2018 titelte Solarify: „CO2-Extraktion aus der Luft bald wirtschaftlich?“ Allerdings weiß man heute: CO2 in großem Stil aus der Luft zu filtern, wird zwar mittelfristig günstiger, aber nicht so günstig wie bisher gehofft. Zu diesem Schluss kommen ETH-Forschende am 04.03.2024 aufgrund einer neuen Schätzung in einem Open-Access-Text in Joule. Sie berechneten, dass eine Tonne CO2 2050 zwischen 210 und 490 Eurokosten könnte. Bisher ging man von halb so hohen Kosten aus. „Die Anstrengungen zur Vermeidung von CO2-Emissionen sollten aber keinesfalls reduziert werden“, schreiben sie.

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