Neuer Leitfaden des VBI: „Erneuerbare Energien“

EE-Standardwerk für Ingenieure und Laien

„Als Vorreiter bei Erneuerbaren Energien und als Macher der Energiewende steht Deutschland in der Pflicht und unter internationaler Beobachtung, Konzepte für eine dezentrale Energieversorgung vorzudenken und weniger weit entwickelten Ländern zur Verfügung zu stellen,“ schreibt Klaus Töpfer im Vorwort des neuen Leitfadens Erneuerbare Energien des Verbands der Beratenden Ingenieure (VBI).

Neben dem IASS-Direktor haben darin 24 Autoren zu nahezu allen Aspekten und Facetten der EE Stellung genommen, Verfahren beschrieben und Techniken erklärt. Der Leitfaden soll in seinen sieben teils umfangreichen Kapiteln mit zahlreichen Fotos und Grafiken sowohl dem Fachmann dienen, als auch von interessierten Laien verstanden werden können. Damit wendet er sich an potenzielle Auftraggeber innovativer Energiekonzepte, Finanzierungsinstitute, Dienstleister, Politiker, Architekten und Ingenieure.

Die Ingenieure im VBI wollen als Partner von Politik und Gesellschaft dazu beitragen, die Energiewende zum Erfolg zu führen. Deshalb engagiert sich der VBI für eine zukunftsorientierte Energieversorgung. „Mit dem Planungshandbuch wollen wir Politik und Öffentlichkeit das gebündelte Wissen und die Erfahrung unserer Mitglieder zugänglich machen“, erläutert VBI-Präsident Volker Cornelius das Ziel des neuen VBI-Leitfadens.

„Der Leitfaden stellt zum Beiuspiel erstmals das Know-how des Planens komplexer Projekte im Bereich Erneuerbarer Energien der Öffentlichkeit zur Verfügung“, ergänzt der verantwortliche Fachgruppenchef Thomas Kraneis. „In keiner anderen Publikation wird der Planungsprozess für ein komplexes Energiekonzept derart vollständig erläutert. Wir haben den Projektablauf klar strukturiert und als Fließschema visualisiert. Entsprechende Meilensteine gliedern den Prozess so, dass damit sowohl kleinere Vorhaben als auch Großprojekte erfolgreich vorbereitet werden können.“

Ein besonderer Schwerpunkt der VBI-Publikation gilt der Stromversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien im Kontext des europäischen Netzausbaus und Emissionshandels. Außerdem erläutern die Autoren z. B. Planungsabläufe für kommunale Energienutzungspläne und Klimaschutzkonzepte. Hauseigentümer werden dabei unterstützt, die Wirtschaftlichkeit einer thermischen Solaranlage auf ihrem Gebäudedach überschlägig ermitteln zu können.

Herausgeber Arne Höllen vom VBI: „Durch die Weiterentwicklung der Technologien, der Möglichkeiten der Vernetzung der unterschiedlichen Technologien miteinander, der Weiterentwicklung der Förderbedingungen und besonders der politischen Rahmenbedingungen werden wir sicherlich bald eine zweite Auflage herausgeben. Tendenziell Anfang nächsten Jahres, wenn der Konsultationsprozess des BMWi Weißbuchs zum neuen Stromnetz abgeschlossen sein wird und wenn COP21 zu konkreten Ergebnissen geführt haben wird.“

Die Themen im Einzelnen

Der Leitfaden beginnt mit der Marktsituation und aktuellen Zahlen für die Erneuerbaren Energien, sowie einer Bestandsaufnahme der Energiewende unter dem „Stichwort Strom“. Dann werden die internationale Klimapolitik und Emissionshandel betrachtet – Fazit: „Theoretisch gut – aber praktisch… von Dennis Meadows bis heute“.

Ausführlich geht der Leitfaden dann auf die EE-Technologien ein – von der solarthermischen Wärmebereitstellung und Stromerzeugung über Photovoltaik, Biomasse, Biogasanlagen, Windenergie On- und Offshore und ihre Netzanbindung bis zur Geothermie. Der Verteilung gilt ein eigenes Kapitel mit Texten zu „Stromnetze – Herausforderung durch Erneuerbare Energien“, „Gasnetze“ sowie „Wärme- und Kältenetze“.

Ingenieurdienstleistungen

Dem wichtigen Thema Speicherung widmet der Leitfaden eine ganze Reihe von Abschnitten, so u.a. Pumpspeicberkraftwerken, Wasserstoff und Elektrolyse, Untergrundgasspeichern, Batteriespeichern. Der CO2-Diskussion gilt ebenso ein Text: „Carbon Capture and Utilisation (CCU) – CO2: Rohstoff, nicht Abfall“. Schließlich kommt der große planende Bereich der Ingenieurdienstleistungen im Projektablauf mit Potenzialanalyse Erneuerbare Energien, Bedarfsanalyse, Planungsprozessen im Bereich Erneuerbarer-Energie-Projekte und am Beispiel eines Energienutzungsplans nicht zu kurz.

Der kommunale Klimaschutz und seine Förderungsmöglichkeiten durch die Regierung wird anhand der Berliner Randgemeinden Teltow und Kleinmachnow dargestellt. Untersucht wird schließlich, wie die Akzeptanz durch Beteiligung gesellschaftlicher Kräfte und politische Umsetzung gesteigert werden kann.

Finanzen

Auf finanzielle Gegebenheiten wie die „Bankable Feasibility Study“ wird ebenso verwiesen, wie die Kosten der Erneuerbaren Energien im Vergleich untersucht werden. „Projektfinanzierung und ingenieurtechnischer Beitrag“ ist ein Kapitel überschrieben, weiter geht es um Fördermöglichkeiten von Erneuerbare-Energien-Projekten. Den Vermarktungsmöglichkeiten trägt der Leitfaden Rechnung unter den Überschriften „Direktvermarktung: Alternative in Richtung Marktwirtschaft“ und „Dezentralität der Photovoltaik durch lokale und regionale Direktvermarktung von Solarstrom nutzen“. Mit einem vermeintlichen Widerspruch wird schließlich aufgeräumt, wenn die Frage „kann Nachhaltigkelt wirtschaftlich sein?“ eindeutig mit Ja beantwortet wird. Honorierungsfragen schließen den Leitfaden ab, sowie eine zum Anfang zurückführende Betrachtung der aktuellen Klimapolitik.

Redaktion: Agentur Zukunft

Die Publikation umfasst 164 Seiten und wird in zwei Dateiversionen angeboten: als frei zugängliche Datei zur kostenlosen Bildschirmansicht im Format DIN A 5 und in einer ebenfalls kostenlosen Downloadversion zum Ausdrucken im Format DIN A 4. Die Agentur Zukunft besorgte die Redaktion, lieferte zwei Texte und zwölf Fotos zu.

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